Stätten des Weltnaturerbes in Chile

Iguassu WasserfallChile gehört mit zu den beliebtesten Urlaubszielen in Südamerika. Dies liegt zum einen daran, dass es als das sicherste Land des südamerikanischen Kontinents gilt, zum anderen jedoch an seiner vielseitigen Natur, die die Besucher immer wieder begeistert. In der Liste des Weltnaturerbes der UNESCO ist Chile ebenfalls aufgeführt.

Der Nationalpark Rapa Nui

Die UNESCO zeichnet einzigartige und authentische Stätten mit dem Titel Weltnaturerbe aus. Im Jahre 1995 hat auch der Nationalpark Rapa Nui diese Auszeichnung erhalten. Der Name des Nationalparks ist den wenigsten ein Begriff, jedoch kennen die meisten Menschen die Osterinsel. Die Insel befindet sich im Pazifischen Ozean und ist nur 164 Quadratmeter groß, jedoch befinden sich hier die einzigartigen Figuren aus Tuffstein, die mehrere Meter hoch sind. Sie sind Zeugnisse der untergegangenen polynesischen Kultur. Der Name des Nationalparks stammt aus der Sprache der Polynesier. Sie nannten die Insel Rapa Nui, was so viel wie “Große Insel” bedeutet. Die erste Besiedlung der Insel fand um das Jahr 400 statt. Eine weitere soll um das 14. Jahrhundert durch den berühmten polynesischen König Hotu Matua und seine Gefolgsleute stattgefunden haben.

Die Moais – Zeugnis einer untergegangenen Kultur

Als Moais werden die Steinfiguren bezeichnet, die sich im Nationalpark Rapa Nui befinden und für die die Osterinsel so berühmt ist. Das Alter der meterhohen Figuren ist bis heute nicht genau geklärt. Die meisten Forscher datieren die Statuen auf 1400 bis 1600 unserer Zeitrechnung. Auf der Insel sind 887 dieser Steinfiguren zu finden. Ursprünglich sollen es jedoch über 1000 gewesen sein. Auch der genaue Zweck der Statuen liegt bis heute im Dunkeln. Man geht mittlerweile davon aus, dass die Steinfiguren berühmte Häuptlinge darstellen und sie als Bindeglied zwischen dem Diesseits und dem Jenseits fungierten. Die Steinfiguren gehören zu einer Zeremonialanlage, wie sie auch aus anderen Bereichen Polynesiens bekannt sind. Die Anlage auf der Osterinsel ist jedoch bei weitem die größte.

Im Nationalpark befinden sich neben den Steinfiguren auch die bekannten Orongo-Petroglyphen. Dies ist eine Bildersprache, die in Stein gehauen wurde. Das vorherrschende Motiv neben zahlreichen Tierdarstellungen ist der Vogelmann. Dieser Kult ist im gesamten Südseeraum zu finden. Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass die Zuwendung zu diesem neuen Kult die Ursache dafür ist, dass zahlreiche der Moais umgestürzt wurden.

Chiles faszinierende Natur

Auch wenn nur der Nationalpark Rapa Nui in die Liste der Weltnaturerbe aufgenommen wurde, so hat Chile jedoch noch zahlreiche weitere interessante Naturstätten zu bieten. Bedingt durch die Nord- Süd Ausdehnung des Landes sind in Chile vielfältige Landschaftsformen zu finden. Der Norden wird vor allem durch die Atacama Wüste geprägt, während der Osten des Landes durch die Anden bestimmt wird. In Südchile ist die karge aber faszinierende Landschaft Patagoniens zu finden. Das Klima hier ist zwar recht rau und es regnet auch sehr viel, jedoch sollten Besucher auf diesen Teil Chiles auf keinen Fall verzichten. Hierzu gehört auch der Nationalpark Torres del Paines, welcher als UNESCO Biosphären Reservat geführt wird. Zu diesen Reservaten gehören u.a. auch die Juan-Fernandez-Inseln (mit der Insel Robinson Crusoe), der Nationalpark Kap Hoorn, der Nationalpark Laguna San Rafael.

Bild: David Davis – Fotolia.com

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