Historische Baudenkmäler, jahrtausendlange Geschichte, interessante Mythologien – auch im Südamerikanischem Chile finden sich Stätten, die auf der Welterbeliste der UNESCO stehen.
Auf den Spuren des Weltkulturerbes
Seit 1972 nimmt die UNESCO (United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization) historische Baudenkmäler, archäologische Ruinen und Natur beschützte Nationalparks in ihr Programm der Welterbkonvention auf. In Chile gehören vier Regionen dazu, mit dem Weltnaturerbe sind es fünf. Bizarre Küstenformationen, malerische Strände, wunderschöne Holzkirchen zieren die Insel Chiloé in Chile. Chiloé wurde stark vom Katholizismus geprägt und viele Holzkirchen der damaligen Zeit wurden von Jesuiten errichtet. Die bekannteste Holzkirche ist die Kirche Santiago de Castro in der Hauptstadt Castro. Sie verfügt über eine beachtliche Bauweise und gibt im Inneren einen interessanten Einblick in die damalige Mythologie. In Quinchao, einer kleinen Insel in Chile, liegt die Holzkirche Achao. Auch sie verfügt über die damals typische Bauweise und hat eine geschichtlich interessante Innenarchitektur. Einige der Holzkirchen gehören seit 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie befinden sich in den Gemeinden Castro, Chonchi, Quemchi, Dalcahue, Quinchao, Lemuy und Puqueldon. Die Hafenstadt Valparaíso wurde 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Sehenswert ist der historische Stadtkern aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit zahlreichen Gebäuden. Die Altstadt wurde in eine Hügellandschaft gebaut und bietet historische Kirchen, zahlreiche Treppen und enge Gassen. Ein auffälliges Merkmal der Stadt sind die Ascensores, 15 Aufzüge, mit denen man bequem die Hügel der Gegend erkunden kann. Im Altstadtviertel Cerro Alegre lässt es sich ausgiebig flanieren. Hier leben Künstler und Studenten so, wie noch zu Zeiten Pablo Nerudas, dem wohl bekanntesten Dichter Chiles
Von der Geisterstadt bis zur Atacama-Wüste
Etwa 60 Kilometer von Rancagua entfernt liegt die Kupferminenstadt Sewell. Bis in die 60er Jahre war die Stadt eine pulsierende Metropole im Kupferbergbau, erst mit dem Nachlassen des Kupferbaus ab 1960 wanderten immer mehr Einwohner aus. Heute gilt sie als eine Geisterstadt und ist seit 1998 ein nationales Monument Chiles. Seit 2006 gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie verfügt über ein Museum und – was typisch für eine Geisterstadt ist – halbverfallene Gebäude. Im Norden Chiles liegt die Atacama-Wüste. Sie gilt als die trockenste Wüste der Welt und ist etwa 15 Millionen Jahre alt. Temperaturschwankungen zwischen 30 Grad bei Tag und -15 Grad bei Nacht prägten und prägen die Naturlandschaft bis zum heutigen Zeitpunkt. Umgeben vom blauen Himmel, schneebedeckten Bergen und Salzseen gehört sie seit 1970 zu den nationalen Monumenten Chiles und seit 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe. Sehr interessant ist hier eine Entdeckung der ältesten Mumien der Welt – sie sind bis zu 20.000 Jahre alt. Zu der Atacama-Wüste gehören die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke. Sie liegen etwa 48 Kilometer von Iquique und zählen wie die Atacama-Wüste seit 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe. Beide Werke gelten seit der Schließung 1960 als Geisterstädte und galten zum damaligen Zeitpunkt zur Chilesalpetergewinnung.
Das Weltnaturerbe in Chile
Nicht zum Weltkulturerbe, aber zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört der Nationalpark Rapa Nui, die sogenannte Osterinsel. Sie liegt etwas abgeschieden im Südostpazifik und ist berühmt durch die Steinskulpturen der Moai. Chile verfügt über interessante Regionen, historische Bauwerke und eine wunderschöne Naturlandschaft. Geheimnisvolle Stätten, antike Kirchen und eine außergewöhnliche Landschaft prägen das Land, dessen Erkundung sich in vielerlei Hinsicht lohnt.
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